Neues von der Skandalklinik:

Kripo im Uniklinikum in Lübeck: Sicherstellung von Patientenakten

In einem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung hat die Kriminalpolizei Lübeck im Uniklinikum Schleswig-Holstein Patientenakten sichergestellt.

Panorama 3 hatte am 23. Juni über Vorwürfe berichtet, wonach der Chefarzt der Herzchirurgie am UKSH in Lübeck am 16. September 2019 einen nicht akut lebensbedrohlich erkrankten Patienten, einen sogenannten Wahlpatienten, operiert haben soll, obwohl ein Notfallpatient auf dem OP-Plan gestanden habe. An dem Tag habe nur ein OP-Bett zur Verfügung gestanden. Der Vorgang wird in einer sogenannten “CIRS”-Meldung, einem krankenhausinternen System zur Fehlermeldung, geschildert. Diese Meldung liegt Panorama 3 vor. Demnach sollen Zeugen vor der Operation Bedenken geäußert und mehrfach bei dem Chefarzt nachgefragt haben, ob er so vorgehen wolle. Der Chefarzt sei bei seiner Entscheidung geblieben.

Der Zustand des nicht operierten Notfallpatienten, der an einer Entzündung der Herzklappen gelitten habe, habe sich in der darauffolgenden Nacht stark verschlechtert. Ein Multiorganversagen sei eingetreten. Der Patient sei dann am frühen Morgen notoperiert worden. Die Not-OP habe sein Leben aber nicht mehr retten können. Der Patient sei drei Tage später gestorben. Zeugen des Ablaufs bestätigten das Geschehen gegenüber Reportern des NDR.

NDR 26.6.2020

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.