Arbeit während der Coronakrise

Das Klatschen vom Balkon ist inzwischen der Running Gag zum Thema Arbeit im Gesundheitssektor. Tatsächlich wurde die Coronakrise zu weiten Teilen von den Beschäftigten der Pflegebranche und die zahllosen Menschen, die es meist unentlohnt im familiären, häuslichen Umfeld tun, geschultert. Daß bei der ersten Welle Chaos und Unwissen herrschten, mag ja noch als Entschuldigung für viele Fehler durchgehen.
Doch dann gab es Zeit genug, Konsequenzen zu ziehen und an einer Verbesserung an dem Umgang mit solchen Krisensituationen zu arbeiten.

Genau das ist jedoch nicht geschehen.

Lehren aus Wuhan: „Ärzte und medizinisches Personal sollten nur sechs Stunden arbeiten“

Forum Arbeitswelten 5.4.2020

Und wie sahen die politischen Konquenzen aus?

Im Kampf gegen die zweite Welle der Coronakrise hat Niedersachsen die Höchstarbeitszeit für Beschäftigte in Kliniken und Pflegeheimen erneut auf bis zu 60 Stunden pro Woche erhöht. Die Maßnahme, die eine tägliche Arbeitszeit von bis zu 12 Stunden vorsieht, gilt befristet bis Ende Mai kommenden Jahres, teilte das Sozial­ministerium in Hannover mit. (…)

Ärzteblatt 2.11.2020

Und das ist auch nicht schlecht:

In der grassierenden Corona-Pandemie müssen laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) notfalls auch positiv auf das Virus getestete Mitarbeiter von Kliniken oder Pflegeheimen arbeiten. (…)

Berliner Zeitung 11.11.2020

300 Milliarden Euro Kassenbeiträge werden jedes Jahr von unbekannten Menschen in undurchsichtigen Verfahren verteilt. Der Immunologe und Notfallmediziner Dr. Paul Brandenburg, seit langem Kritiker des Gesundheitssystems, klagt diese gewollte Intransparenz an. Ein Gespräch über Vetternwirtschaft, den katastrophalen Zustand der Pflege, mangelnde Bemühungen der Politik, Chipvieh, OP-Wut und die Abkehr von wirklich sinnvoller Medizin:

Dieser Song, 2019 geschrieben und gesungen von der Belegschaft des Krankenhauses in Valence, erinnert uns an die Situation, in die französische Krankenhäuser gezwungen worden waren kurz bevor die Pandemie ausbrach: hier geht’s zum Video.

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