Monopoly

Ein Millionenspiel. Die Marktwirtschaft hat ein Eigenleben. Der Schwund jeglicher politischer Kontrolle, das Erblühen neuer Seilschaften und der Vetternwirtschaft sind Kennzeichen der heutigen Zeit.

Bei einigen aktuellen Pressemeldungen glaubt man, man befände sich im Umfeld von Oligarchen in der Ukraine oder bei der FIFA, doch es ist nur ein Einblick in hiesige Wirtschaftspolitik.

Unser Arbeitgeber scheint auch in dieser Liga mitspielen zu wollen.

Na, da ist der UKSH Chef zufällig der Bruder des Hamburger Bürgermeisters. Und dieser Job wirft einiges ab:

Spitzengehälter-Vergleich UKSH-Chef verdient viermal so viel wie Albig

Spitzenverdiener: Jens Scholz übertrumpft seinen Bruder Olaf, den Hamburger Bürgermeister, klar.

Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums UKSH, bezog 2015 ein Jahresgehalt von rund 640.000 Euro: 460.000 Euro waren davon fix, 180000 Euro wurden als erfolgsabhängige Provision ausgezahlt.

KN online 10.08.2016

Und es drängt sich natürlich die Frage auf, worin denn der Erfolg dieses Managers liegen mag und stolze 180.000€ wert sein soll. Diese Frage fand sogar den Weg in unsere Provinzpresse und in die Landespolitik:

Gründe für Provision bleiben im Dunkeln

Das Spitzengehalt von Jens Scholz, Vorsitzender des schleswig-holsteinischen Universitätsklinikums (UKSH), wirft nicht nur unter unseren Lesern, sondern auch unter den Landespolitikern Fragen auf. Nach der Sommerpause soll der Finanzausschuss dazu befragt werden.

Vor allem die erfolgsabhängige Provision von 180.000 Euro bei einem Verdienst von 640.000 Euro gerät in Visier.

Das Gehalt wie auch die Boni-Zahlungen bestimmt der Aufsichtsrat, in den die Landesregierung die drei Staatssekretär Rolf Fischer (SPD), Anette Langner (SPD) und Philipp Nimmermann (Grüne) als Vertreter entsandt hat. Nach welchen Kriterien die Leistungszusagen 2015 an Scholz gezahlt wurden, dazu gab weder das Finanzministerium noch das Wissenschaftsministerium eine Stellungnahme ab.

KN online 15.08.2016

Es wäre halt nicht die KN, wenn die berechtigten Fragen bezüglich der ungerechten Verteilung von Geld und Macht am Ende des Artikels nicht als “unwürdige Neiddebatte” abgetan werden würden.

Die folgende Erklärung lautet etwa “too big to fail”:

UKSH-Chef Jens Scholz Ungeliebt, aber unersetzbar

Der bestbezahlte Landesmitarbeiter, UKSH-Chef Prof. Jens Scholz, hat keinen guten Lauf. Der Bruder des alten und neuen Bürgermeisters von Hamburg musste sich in den vergangenen Wochen dafür entschuldigen, dass er erstens die Keim-Krise lange geheim hielt, zweitens die DRK-Schwestern eiskalt ausbootete und drittens Abgeordnete des Landtags rüde abgekanzelte.

KN 16.2.2015

2 Gedanken zu „Monopoly“

  1. Nun steht es fest: Scholz’ Vertrag wurde um weitere fünf Jahre verlängert. Rolf Fischer ist zufrieden, alles sind zufrieden. Gab es eigentlich andere Bewerber? Welche Qualifikation bringt dieser Herr überhaupt mit außer die Belegschaft und Patienten auszuquetschen? Das einzig gute daran ist, dass wir wissen, mit wem wir es auch in Zukunft zu tun haben werden.

  2. Die neoliberalen Zeiten lassen alle Dämme brechen.

    Während das Personal nicht billig genug arbeiten kann, ist das UKSH zu einem Selbstbedienungsladen der Chefetage verkommen.

    Landesklinikum
    UKSH erweitert Chefetage auf fünf Sitze

    Im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) gibt es zwei neue und gut dotierte Spitzenjobs. Wie das UKSH am Mittwoch mitteilte, wird der Vorstand um Prof. Jens Scholz von drei auf fünf Mitglieder ausgebaut.

    Kiel. Die Mehrkosten für die größere Chefetage von mindestens 250000 Euro im Jahr sollen durch die Streichung einer Koordinierungsstelle samt Mitarbeitern finanziert werden.

    „Die Aktion ist für das Land kostenneutral“, sagte ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums. Grundlage sei das neue Hochschulmedizingesetz. Darin ist festgelegt, dass die Universitätsmedizin in der Chefetage des UKSH einen größeren Einfluss erhält. Konkret: Neben Chef Scholz, Peter Pansegrau (kaufmännischer Vorstand) und Christa Meyer (Krankenpflege und Patientenservice) wird das UKSH künftig von zwei Medizinern mitgeführt. Der Kieler Professor Ulrich Stephani und sein Lübecker Kollege Prof. Thomas Münte sollen im Vorstand den Bereich Forschung und Lehre vertreten.

    UKSH-Führungskosten steigen

    Damit steigen zwangsläufig die UKSH-Führungskosten, die der Landesrechnungshof schon bislang als im Bundesvergleich sehr hoch kritisiert hatte. Vorstandschef Scholz erhielt 2015 inklusive Leistungszulagen rund 640000 Euro. Pansegrau bekam knapp 300000, Meyer rund 225000 Euro. Für die beiden Medizinprofessoren gibt es eine Übergangsregelung. Sie sollen das UKSH mit seinen rund 13000 Mitarbeitern später hauptamtlich mitleiten und das für ein Grundgehalt von angeblich je 130000 Euro. Der Vorstand des Landesklinikums, das immer noch rote Zahlen schreibt, würde damit insgesamt gut 1,4 Millionen im Jahr erhalten.

    KN 30.03.2017

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.