Streik in der „Steri“

Mehr als Schrubben

Arbeitskampf Als Patient bekommt man sie selten zu sehen, und doch hängt die Gesundheit auch an den Sterilisationsassistenten. In Berlin sind rund 70 von ihnen in den Streik getreten



Aber in all den Jahren hatte sie keinen Tarifvertrag, weil sie über die 100-prozentige Tochterfirma Vivantes Service GmbH angestellt ist. Deswegen verdient sie 500 Euro pro Monat weniger als Kollegen, schätzt sie.

Sie fordern, dass der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst nicht nur für die Stammbelegschaft, sondern auch für die Tochterfirmen im Krankenhaus angewendet wird. Viele würden auch gern für die Wiedereingliederung in den Mutterkonzern streiken, aber das ist nach dem restriktiven Streikrecht in Deutschland verboten.

Der Ausstand macht sich gerade in der Sterilisation bemerkbar. „Wenn wir die Arbeit niederlegen, dann kann auch kein Arzt operieren“, sagt Juliane Hielscher. Sie vergleicht es mit einem Uhrwerk – die „Steri“ sei ein kleines Zahnrad, ohne das der ganze Krankenhausbetrieb zusammenbrechen würde.

In der Sterilisation arbeitet während des Streiks ein „Notdienst“ von sechs Kollegen – so haben Vivantes und die Gewerkschaft Verdi es ausgehandelt. Mit der Arbeit kommt dieser Notdienst jedoch gar nicht hinterher. Geplante Operationen werden reihenweise abgesagt – die OP-Säle werden nur noch für Notfälle verwendet.

Es quietscht

Ein rot-roter Senat hatte die Ausgliederung der Sterilisationsassistenten um 2006 vorangetrieben. „Sparen, bis es quietscht“, hieß es unter dem damaligen Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). Allein Vivantes hat heute 17 Tochterunternehmen – „alle zum Zweck der Tarifflucht gegründet“, wie eine Mitarbeiterin kritisiert.

Zehn Jahre später kehren SPD und Linke zurück in den Senat, jetzt im Bündnis mit den Grünen. Ihre einstige Politik „zügig“ rückgängig zu machen, so lautete das Versprechen in ihrem Koalitionsvertrag. Doch erweist es sich als einfacher, ein Krankenhaus zu zerschlagen, als die einzelnen Scherben wieder zusammenzuflicken.

Ein inspirierender Kampf!

Den vollständigen Artikel kann man hier nachlesen.

Ein Gedanke zu „Streik in der „Steri““

  1. Es gibt viele unscheinbare Bereiche in einem Krankenhaus, die bei Fehlfunktion richtig ins Geld gehen. Nicht umsonst geht bei der Sterilisation der Trend in Richtung Einweg-Sterilgut. Leider gibt es noch keine Einweg-Betten. Kaum auszudenken, was passieren würde, wenn die Bettenzentrale “überlastet” ist.

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