Zahlen zur Pflegesituation in Kiel

Die Verwaltung der Stadt Kiel hat nun endlich der Ratsversammlung eine Darstellung zur Pflegesituation in Pflegeheimen gegeben, nachdem sie schon im Februar darum gebeten worden war. Interessant sind sicherlich die Punkte „Personelle Situation“ und „Pflegequalität“:

„Der Fachkräftemangel hat auch Kiel erreicht. Dies ist an der abnehmenden Zahl der Fachkräfte in der Pflege und an dem Verhältnis der offenen Stellen zur Nachfrage nach Beschäftigung wahrzunehmen. Die Zahl der beschäftigten Pflegefachkräfte hat um 17% abgenommen.

Gleichzeitig ist der Anteil der beschäftigten Helferinnen- und Helfer um 14% gestiegen. Ebenso ist die Zahl der Beschäftigten ohne Berufsabschluss um 19% gewachsen.“

„Insgesamt betrug der Zeitarbeitsanteil bezogen auf alle Einrichtungen bei den Pflegefachkräften im Zeitraum Dezember 2017 bis Juli 2018 nach Feststellung der Heimaufsicht zwischen 7 und 10%. Der Anteil von Zeitarbeit im Bereich der Pflegehilfskräfte war deutlich geringer.“

„Insgesamt kommt es in den stationären Pflegeeinrichtungen durch den zunehmenden Fachkräftemangel sowie den notwendigen Einsatz von Zeitarbeitskräften immer mehr zu Qualitätsverlusten. Das führt zu zahlreicheren Beschwerden, die immer häufiger auf ernst zu nehmende Pflegemängel hinweisen. Weiterhin ist nach Feststellungen der Heimaufsicht eine abnehmende Fachlichkeit bei Pflege- und Leitungskräften festzustellen.

Zeitarbeit ist trotz des gewonnenen Personals für die Bewohner/innen belastend, weil eine Bezugspflege nicht mehr gegeben ist. Die Bezugspflege ist ein Pflegesystem, in der eine ganzheitliche und individuelle Pflege eines Pflegebedürftigen oder Patienten durch eine Bezugspflegekraft und ihre stellvertretenden Pflegekräfte durchgeführt wird. Die Bezugspflege ist gerade für Menschen mit kognitiven Einschränkungen wichtig.“

 

Den vollständigen Text gibt es hier:
https://ratsinfo.kiel.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=21881

Ein Gedanke zu „Zahlen zur Pflegesituation in Kiel“

  1. Danke für die Info. Die KN scheint das ja nicht sonderlich zu interessieren.

    Schön ist ja auch die Anlage zu dieser Ratsinfo: Mit über 700 Dauerpflegeplätzen ist die Heuschrecke Alloheim mittlerweile Spitzenreiter in Kiel. Deren gieriges und aggressives Geschäftsgebaren ging schon öfters durch die Medien:
    https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.recherche-mit-zdf-frontal-21-zum-pflegekonzern-alloheim-das-system-alloheim-rendite-ueber-alles.5e4fb33b-39dd-4019-a8cc-ba3790afed0c.html

    https://www.wetterauer-zeitung.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Kritik-an-Zustaenden-im-Assenheimer-Altenheim;art472,337334

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