Betrug im Krankenhaus

“Alle bescheißen sich gegenseitig, dass sich die Balken biegen”

Tricksen, täuschen, therapieren – in Kliniken werden falsche Diagnosen gestellt, unnötige Eingriffe durchgeführt, Abrechnungen manipuliert. Hier berichten Ärzte und Fahnder, wie das möglich ist.


So marktschreierisch kündigt der Spiegel einen Bericht an, der hinter der Paywall verschwindet. Das ist aber kein herbeigeschiebener Skandal, sondern längst Realität im Gesundheitswesen. Es wurde von Leuten, die sich ein wenig in der Branche auskennen, alles genauso prophezeit, als die “Fallpauschalen” eingeführt worden sind. Es ist ein Unding die Gesundheit zur Ware zu machen. Daß diese kriminellen und unmenschlichen Zustände unlängst zu unserem Alltag gehören, berichteten auf der Filmveranstaltung “Der marktgerechte Patient” im kieler Gewerkschaftshaus Kolleginnen und Angehörige von Patienten.

Wir haben es jetzt mit den Auswirkungen neoliberaler Politik zu tun, die alles den Profitinteressen unterwirft. In dieser Beziehung war es nur konsequent, einen zynischen Manager wie Jens Scholz, an die Spitze der Unikliniken zu stellen. Sein schlechter Ruf eilt ihm voraus. Das Fachblatt für Krankenhausmanagement Bibliomed Manager schrieb jedoch begeistert:

Prof. Dr. Jens Scholz ist Vordenker 2018. Das einst marode Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) schreibt unter seiner Führung endlich operative schwarze Zahlen; in Kiel und Lübeck treibt er eines der größten Klinikbauvorhaben Deutschlands voran; zudem hat er seinem Unternehmen einen digitalen Kulturwandel verordnet.

Schwarze Zahlen sind das große Ziel. Dafür ist man scheinbar bereit über Leichen zu gehen.

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